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Ist mein Kind reif genug?
Diese Frage stellt sich besonders vor dem Übertritt in ein Langzeitgymnasium, da sich die Rahmenbedingungen der Primarschule und des Gymnasiums stark unterscheiden. Etwas weniger ausgeprägt gelten die folgenden Überlegungen aber auch für die Kurzeitgymnasien.
Neben der intellektuellen Reife, die sich vorwiegend an den Erfahrungsnoten ablesen lässt, sind weitere Faktoren für einen erfolgreichen Übertritt ausschlaggebend:
Motivation
Ist mein Kind von sich aus an der Schule und am Lernen interessiert (nicht nur den Eltern zuliebe)? Hat es persönliche Ziele oder Berufswünsche, die ein Gymnasiumsbesuch ermöglichen? Ist es bereit, Mehraufwand zu leisten, Spiel und Hobby wenn nötig zurückzustellen?
Durchhaltefähigkeit
Hat Ihr Kind einen langen Atem? Ist es bereit und fähig, über längere Zeit bei einer Sache zu bleiben?
Frustrationstoleranz
Kann es Misserfolge einstecken und sich trotzdem weiter einsetzen ohne sich schnell entmutigen zu lassen? Kann es unter Druck und Stress noch Leistungen bringen? Ist Prüfungsangst eher die Ausnahme?
Soziale Reife
Das Eingebettet-Sein im Quartier geht oft verloren, Kollegen und Kolleginnen wohnen weit entfernt. Die Beziehungspflege verlangt viel Selbständigkeit und Planung. Kann sich mein Kind in der ungewohnten Umgebung neu positionieren?
Plötzlich kommen in einer Klasse alle überdurchschnittlich Begabten und Leistungsstarken zusammen, der Rivalitätsdruck steigt. Kann es damit umgehen, nicht mehr automatisch zu den Besten zu gehören?
Selbständigkeit
Das Kind hat nun für jedes Fach andere Lehrer, sodass eine Ansprechperson fehlt, die einen ganzheitlichen Überblick über seine Leistungen und Eigenheiten hat. Es ist oft den ganzen Tag von seinem Zuhause weg.
Kann es eine Agenda führen, selbstverantwortlich seine Zeit und seinen Einsatz einteilen?
Klingt das alles abschreckend? Die spezifischen Rahmenbedingungen im Gymi müssen keineswegs nur problematisch sein. Es gibt Kinder, die sehr erleichtert sind, nicht mehr von einem oder zwei Lehrern "abhängig" zu sein. Sie schätzen es ferner, eher fachlich als erzieherisch betreut zu werden und sie blühen geradezu auf, wenn ihnen mehr Selbständigkeit zugemutet und zugetraut wird.
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